Schottland, Tag 5

Nachdem wir am Vortag die große Rundtour über Rannoch Moor, Loch Awe mit Kilchurn Castle und Loch Linnhe mit Castle Stalker fotografiert hatten, packten wir heute unsere sieben Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zu unserem zweiten Basislager. Heute sollte es auf die Isle of Skye gehen!

Unser erster Fotostopp des Tages sollte jedoch nur wenige hundert Meter von unserem Hotel entfernt sein: die kleine Kirche von St.John’s. Sie liegt direkt an der Straße, aber hinter ihr erstreckt sich der Friedhof einen flachen Hang hoch. Hier findet man zu jeder Jahreszeit wundervolle Motive…

Zurück im Auto wurde unser Plan, etwas Strecke zu machen, „leider“ bereits am Loch Linnhe erneut vereitelt, als der sich dort haltende Seenebel plötzlich lichtete. Solch ein Wetterschauspiel muss man einfach mitnehmen… Glücklicherweise kam direkt dort an der Strecke ein kleiner Picknickplatz, wo wir kurz halten konnten und die sich schnell ändernde Szenerie vor uns fotografieren konnten.

Weiter ging es durch Fort William, der Outdoor-Hauptstadt Schottlands, und weiter nach Norden in Richtung Spean Bridge. Hier erinnert das Commando Memorial an die Spezialeinheiten, die während des Zweiten Weltkriegs in dieser Gegend trainierten. Von diesem Denkmal aus hat man einen tollen Blick auf die Nordflanke des Ben Nevis Massivs – allerdings hat man um diese Jahreszeit praktisch immer mit Gegenlicht zu kämpfen. Daher kümmere ich hier oben meist um Ausschnitte in der Landschaft, die durch das Gegenlicht regelrecht anfangen zu leuchten:

Am auf dem Weg liegenden Glengarry Viewpoint halte ich normalerweise nicht mehr so gern wie früher, da der Baumbestand am Hang inzwischen so hoch ist, dass er einen Großteil der Aussicht verdeckt. Aber am heutigen Tag hing der Nebel tief im Tal, so dass es eine wirklich mystische Stimmung herrschte, die schon fast alpin anmutete. Immer wieder stieg der Nebel kurz auf, hüllte uns ein, dann sank er wieder ab, so dass wir über der Nebelschicht standen. Kurzum: ein Schauspiel!

Als der Nebel wieder anstieg und uns erneut einhüllte, fuhren wir weiter zu einem weiteren Viewpoint im Tal, der allerdings noch etwas höher lag und wieder ganz andere Ansichten ermöglichte.

Als wir schließlich an den Loch Duich kamen, beschloss ich, einen kurzen Abstecher zu einem Viewpoint zu fahren, der bei diesem Licht einen wundervollen Blick auf die Five Sisters of bot. Schon bald danach erreichten wir das Eilean Donan Castle, das wohl meist fotografierte Schloss Schottlands – zu recht! Allerdings war die Tide sehr weit draußen, so dass das Inselchen mit dem Schloss trocken lag und wir nach anderen Blickwinkeln suchen mussten!

Letztendlich erreichten wir die Isle of Skye und unsere Unterkunft in Sligachan. Was ich an Sligachan so mag, ist dass man um jede Uhrzeit und bei jedem Wetter dort tolle Motive findet! Wir kamen genau zu Sonnenuntergang am Hotel an, weshalb wir noch vor dem Einchecken ein paar erste Fotos an der alten Brücke machten. Nach dem Abendessen in Seumas‘ Bar zogen wir aber nochmals kurz aus, denn wir hatten – wieder einmal – eine sternenklare Nacht…

Die Nacht war eisig kalt, so dass ich Frost von meinem Objektiv wischen konnte… Trotzdem sollten einige von uns kurz vor Sonnenaufgang schon wieder draußen sein, um die frostüberzogene Landschaft zu fotografieren. Schaut wieder vorbei!

Die Berichte der vorherigen Tage findet ihr übrigens hier:
Tag 1&2
Tag 3
Tag 4

– Martin –

Martin Ziaja ist gelernter Fotograf, der seit Anfang der 2000er Jahre in diesem Bereich arbeitet. Seine Tätigkeitsfelder erstrecken sich von klassischer Portraitfotografie über Hochzeiten und Aktfotografie bis hin zu Image-Projekten für Tourismus- und Architekturkunden.
Sein Wissen gibt er seit 2005 in seinen zahlreichen Fotokursen und den von ihm geleiteten Fotoreisen weiter.

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