Portrait-Projekt 2020: Andrea

Die folgenden Bilder für mein Portrait-Projekt von Andrea fotografierte ich direkt im Anschluss an die zuletzt gezeigten Fotos von Philipp im Bandproberaum von dismissed. Letztendlich musste ich mich nur umdrehen, das Licht so setzen, wie ich es wollte und “für etwas Stimmung” sorgen… 🙂 Meine Idee war – wenn wir schon im Proberaum mit dem ganzen Equipment sind – eine bühnenähnliche Atmosphäre zu schaffen. Dafür griff ich wieder zu der bereits im vorherigen Post genannten Fresnel-Linse, um das Licht stark auf Andrea zu bündeln – ähnlich wie ein Spot auf der Bühne. Aber gerade auf Bühnen entsteht die Stimmung oft erst durch das Gegenlicht, das gesetzt wird, in Verbindung mit einem Hazer oder einer Nebelmaschine. Gesagt – getan: Schräg hinter ihr baute ich den zweiten Blitz ohne Lichtformer auf und schob ihn so hoch wie möglich, um eine Bühnenbeleuchtung an Traversen zu simulieren. Zum Schluss schließlich kam die Nebelmaschine zum Einsatz, die den Nebel zwischen Andrea und dem Kopflicht ausspuckte, fertig!

Wenn ich das Projekt in Farbe angelegt hätte, hätte ich zumindest das Gegenlicht noch mit einer Farbfolie versehen oder gar noch mehrere Gegenlichter mit aufgebaut und alle unterschiedlich eingefärbt, um einen bunten “Bühnenlook” zu erzeugen. Wichtig wäre dabei gewesen, dass das Frontlicht neutral bleibt! Diesen Fehler sieht bei vielen kleineren Konzerten oder Kneipen-Bühnen: Da wird einfach buntes Licht hingehängt, wo Platz ist, auch wenn die Musiker danach grün wie Hulk oder rot wie kurz vor ‘nem Herzinfarkt aussehen… Klar kann man das auch mal variieren, aber eine Lichtfarbe sollte in meinen Augen auch immer eine bestimmte Stimmung unterstützen und niemals “einfach so” gesetzt werden. Das ganze Setup mit ein paar weiteren Bildern seht ihr hier:

Fotografiert hatte ich das alles wieder mit meiner Fujifilm X-T3 und in diesem Fall wieder dem Fujinon 50-140/2.8. Die Belichtungszeit war ziemlich egal, da ich rein mit Blitz ausleuchtete, daher wählte ich hier die Synchronzeit meiner Kamera, 1/250s. Um genügend Schärfentiefe zu erhalten, damit auch der Nebel noch einigermaßen scharf wiedergegeben wurde, wählte ich Blende 8 bei ISO 160.

Was die Schattenwürfe angeht, gilt hier wieder das Gleiche, wie bereits im vorherigen Beitrag: Ein “hartes” Licht bedeutet anders ausgedrückt einen “harten” Verlauf von normalem Tonwert zum Schatten. Dadurch werden Schatten deutlicher wahrgenommen als wenn sie sehr weich auslaufen. Und je deutlicher sie sichtbar sind, desto wichtiger ist es, sie genau dort zu platzieren, wo man sie auch haben möchte. Bei Andrea entschied ich mich wieder für ein Butterfly-Licht, das ich bei ihr allerdings in recht flachem Winkel setzte, damit der Schattenwurf unter der Nase recht klein blieb. Bei den unteren beiden Bildern bat ich Andrea, den Kopf ein wenig zu mir zu drehen, um aus dem Butterfly- ein Loop-Light zu machen, was für eine bessere Konturierung des Gesichts sorgte.

Nachdem wir nun klassische One-Light-Setups (Ursula), ultraweiches Tageslicht (Faye) und knallhartes Blitzlicht (Phillip und Andrea) hatten, wird es nächste Woche ganz einfach ausgeleuchtete Portraits mit einem auf der Kamera sitzenden Aufsteckblitz geben. Schaut wieder vorbei! 🙂

Die bisherigen Bilder des Portrait-Projektes findet ihr in der dazu gehörigen Galerie, die ich ständig aktualisiere: Portrait-Projekt 2020

Viele Grüße
Martin

Benutztes Equipment (affiliate links):
Fujifilm X-T3
Fujinon 50-140/2.8
Hähnel Modus 600RT mit Viper
Godox AD200
2x Manfrotto NanoB Lampenstativ
2x Schirmneiger
Aputure Fresnel-Vorsatz

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