Studioakt

Aktfotografie im Studio

Da sich meine Aufträge in den letzten Jahren immer mehr in Richtung Tourismus und Werbung verschoben haben, fotografiere ich nicht mehr viel im Studio – was man meinem Blog ja auch anmerkt! Daher dachte ich, dass ich die Reisefotos mal Reisefotos lasse und auch mal wieder ein paar Beiträge zu meinen People-Aufnahmen verfasse…

Daher möchte ich euch heute mal wieder Aufnahmen aus einem meiner letzten Akt-Shootings präsentieren und euch ein wenig über die verwendete Technik und Lichtsetzung informieren. Die Kundin – das Modell – wollte klassische Aktaufnahmen aus dem Studio für ihren Freund. Auch wenn sie ungenannt bleiben wollte, erlaubte sie mir netterweise, die anonymen Aufnahmen für den Blog verwenden zu dürfen.

Für mich war dieser Auftrag insofern sehr spannend, da ich nach meinem vollständigen Wechsel zu Fujifilm (über den ich noch genauer berichten werde) bis dato noch keinen Studio-Akt fotografiert hatte. Somit wurde meine Fujifilm X-T3 zusammen mit dem tollen kleinen Kit-Zoom Fujinon XF 18-55/2.8-4 und dem grandiosen Fujinon XF 50-140/2.8 in die Studio-Fotografie eingeführt. Da ich normalerweise immer mit der Live-Vorschau rein manuell fotografiere, dies aber für die Studiofotografie nichts bringt, da man sonst im Sucher nichts sieht, belegte ich mir eine der konfigurierbaren Tasten der X-T3 mit der Funktion, praktisch ein „normales“ SLR-Sucherbild zu haben. Das ist aber auch schon die einzige kleine Hürde, die man mit einem spiegellosen System im Studio nehmen muss.

Beim obigen Bild kam nur ein einziger Blitzkopf zum Einsatz, den ich mit einem Striplight versah. Ein solches Striplight ist eine Softbox, die eben nur sehr schmal ist – in meinem Fall 120x30cm. In der Länge sorgt dies also für eine schöne weiche Ausleuchtung, in der Breite hingegen für einen schnellen Lichtabfall mit härterem Schattenübergang. Zusätzlich montierte ich noch eine Wabe davor, die das Licht noch stärker richtete, so dass ich das Streulicht im kleinen Studio gut unter Kontrolle behalten konnte.

Normalerweise montiere ich ein solches Setup an einem Ausleger-Stativ, einem sogenannten „Boom“, damit das Stativ nicht hinter meinem Modell zu sehen ist. In diesem Fall konnte ich ein einfaches Leuchtenstativ mit etwas Abstand hinter ihr positionieren, so dass das Licht von hinter/über ihr auf sie herabkam. Durch das stark gerichtete Licht blieb so das Stativ komplett im Schwarz versunken…

Für die folgende Aufnahme kam ein zweiter Blitzkopf zum Einsatz, der mit einem identischen Lichtformer bestückt war. Beide Blitze wurden klassisch rechts und links des Modells und leicht nach hinten versetzt positioniert. Wenn ihr euch ein Ziffernblatt vorstellt, bei dem das Zentrum das Modell ist, standen die Blitze also auf 10.00 Uhr und 2.00 Uhr, jeweils direkt außerhalb des Bildfeldes.

Diese Art der Fotografie erfordert besonders bei Privatpersonen und Laienmodels ein hohes Vertrauen an den Fotografen, wofür ich stets sehr dankbar bin. Dadurch ist es mir aber hier immer besonders wichtig, vorher ein nettes Gespräch zu führen, nicht nur über den gewünschten Aufnahmestil sondern auch oder gerade über eventuelle Hemmungen und Ängste. Erst wenn sich eine einigermaßen entspannte Atmosphäre breit macht, fange ich an zu fotografieren. Das gilt eigentlich für jede Art meiner Menschen-Fotografie, aber ganz besonders für den Aktbereich.

Technisch war es wirklich wieder sehr einfach: ISO 160 (Base-ISO der Fuji X-T3), Blende 8 hat mir genügend Schärfentiefe gegeben und 1/250s Synchronzeit, um das Umgebungslicht auszuschalten. Als Filmsimulation hatte ich den Acros mit leicht verändertem Kontrast vorgewählt, der mir eine gute Vorschau meines gewünschten Ergebnisses lieferte. Die RAWs habe ich schließlich mit Adobe Lightroom ausentwickelt. Keep it simple… 😉

Wenn ihr Fragen habt, schreibt mich einfach per Email oder den sozialen Medien an!
– Martin –

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