Tipp gegen verregnete Spiegelungen

Regentropfen machen die Spiegelung kaputt – was tun?

Viele von euch werden das kennen: Wir stehen in einer wunderschönen Landschaft, ein stiller Bergsee liegt wie ein Spiegel vor uns und die tolle Bergkulisse dahinter spiegelt sich 1:1 darin. Wir holen die Kamera heraus, setzen sie auf’s Stativ, suchen nach der geeigneten Komposition, stellen die Belichtung ein und – es fängt an zu regnen… Futsch ist die Spiegelung und ihr tobt wie Rumpelstilzchen, packt wieder zusammen und zieht euch wie ein begossener Pudel zurück ins Auto.

Ganz so schnell muss man sich aber nicht geschlagen geben. Zum einen könnte man zu einem Grauverlaufsfilter greifen, der die Kringel, die die Regentropfen auf der Wasseroberfläche hinterlassen, wieder verschwinden lässt. Je nach Belichtungszeit und Windstärke kommt es dann aber auch oft zu Bewegung in den Wolken, was für Spiegelungen wiederum schnell kontraproduktiv ist.

Zum anderen kann man aber auch den Weg über die Bildbearbeitung gehen! Damit meine ich jetzt nicht das stundenlange Wegretuschieren der Regentropfen, sondern eine Funktion, die (obwohl es sie schon recht lange gibt) vielen Benutzern noch gar nicht bekannt ist. Das Stichwort ist „Smartobjekt“ und die dazugehörigen Stapelmodi. Aber eins nach dem anderen…

Ausgangslage ist, dass ihr mehrere Bilder hintereinander vom gleichen Motiv macht. Wichtig hierbei ist, dass ihr nicht einfach die maximale Serienbildfunktion eurer Kamera ausnutzt und 8fps durchballert. Entscheidend ist hier, dass ihr die gleiche Stelle mit und ohne Tropfen erwischt. Je mehr Aufnahmen, desto sicherer, aber bei mir haben im folgenden Beispiel schon sechs Bilder zum gewünschten Ergebnis geführt!

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In Photoshop öffnen wir nun die Einzelaufnahmen und legen sie als Ebenen übereinander. Aus Lightroom oder der Bridge heraus kann man dies sehr einfach mit einem Rechtsklick und „In Photoshop als Ebenen öffnen“ erledigen. Zur Sicherheit würde ich nun noch die Ebenen automatisch ausrichten lassen (alle Ebenen markieren, „Bearbeiten – Ebenen automatisch ausrichten“). Als Resultat sollten wir nun eine bestimmte Anzahl identischer Bilder übereinander liegen haben, die sich rein in den Regentropfen unterscheiden. Diese Ebenen fügen wir nun mit „Ebene – Smartobjekt – in Smartobjekt konvertieren“ zu einem Smartobjekt zusammen. Unsere gesamten Ebenen werden dadurch in eine einzige Ebene bzw. in ein einziges Smartobjekt zusammengeführt. Alles, was wir jetzt noch tun müssen, ist die Bilder innerhalb des Smartobjektes zu verrechnen! Dafür gehen wir zu „Ebene – Smartobjekt – Stapelmodus“ und wählen dort „Median“. Und schwupps, die Ringe auf der Wasseroberfläche sind verschwunden und wir sehen die Spiegelung ungetrübt!

Sollte bei euch also mal wieder der Regen einen Strich durch die Rechnung machen wollen, brecht nicht ab, sondern macht noch ein paar Aufnahmen! 5min am PC lassen den Regen schnell in Vergessenheit geraten… 😉

– Martin –

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