Titisee zur Blauen Stunde von Martin Ziaja Photography

Hohe ISOs und wenig Rauschen?

Das kennen wir alle: Wir wollen / müssen an einem dunklen Ort fotografieren und blitzen ist nicht erlaubt. Kein Ding, Stativ her. Was aber, wenn man sich auf einem Boot oder ähnlichem beweglichen Untersatz befindet? Genau in dieser Situation war ich kürzlich bei einem Auftrag…

Ich sollte ein Hotel zur Blauen Stunde von einem Boot aus fotografieren. Da durch die Bewegung des Bootes lange Belichtungszeiten unmöglich waren, musste ich mit einem Empfindlichkeit von 10.000 ISO arbeiten. Eine solch hohe Empfindlichkeit bringt natürlich besonders bei einem dunklen Motiv ein starkes Bildrauschen mit sich.

Natürlich kann man versuchen, per Software Bilder zu entrauschen, was jedoch meist mit einem recht starken Detailverlust einhergeht. Daher schlug ich einen anderen Weg ein: Wieder einmal die Stapelmodi von Smartobjekten in Photoshop! Aber hier erst einmal die Aufnahme, um die es geht:

Titisee zur Blauen Stunde von Martin Ziaja Photography

Um noch die halbwegs akzeptable Verschlusszeit von 1/13s zu erhalten, musste ich mit Blende 4 bei ISO 10.000 fotografieren. Gern hätte ich noch weiter abgeblendet, um den Spitzlichtern noch mehr Definition zu geben, aber die Bewegung des Bootes reichte dafür nicht aus.

Um das Rauschen in den Griff zu bekommen, machte ich nun Serienaufnahmen und fotografierte insgesamt 18 Einzelnbilder, die ich in Lightroom bearbeitete und anschließend wie im Blogbeitrag „Fotos ohne Menschen“ als Ebenen in Photoshop öffnete.

Als erstes müssen die Ebenen ausgerichtet werden – besonders in einem Fall wie dem obigen! Dies geschieht, indem ihr alle Ebenen markiert und über Bearbeiten – Ebenen automatisch ausrichten geht. Sind die Ebenen nun wirklich deckungsgleich, fügen wir diese über Ebene – Smarktobjekte – in Smartobjekt konvertieren zu einem Smartobjekt zusammen. Nach diesem Schritt sehen wir nur noch eine einzige Ebene, jedoch hat sich unser Bild optisch nicht verändert. Dafür müssen wir noch den passenden Stapelmodus zuweisen.

Dafür gehen wir nun wieder über Ebene – Smarktobjekte und wählen nun aber Stapelmodus – Arithmetisches Mittel. Sehen wir uns nun das Bild im Detail an, sehen wir, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Bildern – nämlich das Rauschen – durch den Stapelmodus herausgerechnet wurde!

Titisee zur Blauen Stunde von Martin Ziaja Photography

Hier seht ihr nochmals einen Vergleich zwischen der einzelnen Aufnahme und dem entrauschten Ergebnis im 100%-Ausschnitt als Gif-Animation:

Titisee zur Blauen Stunde von Martin Ziaja Photography

Wenn ihr also mal keine Möglichkeit habt, wirklich lange zu belichten (wie z.B. bei Bildern der Milchstraße oder wenn ihr ein Stativ vergessen habt), denkt an den Stapelmodus „Arithmetisches Mittel“!

– Martin –

Teilen: